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2013|05|30  Den Nebula Award gewonnen ...

... hat dieses Jahr zwar kein Buch, das bei Golkonda erschienen ist (zur Erinnerung: der letztjährige Preisträger in der Kategorie »Bester Roman« war In einer anderen Welt von Jo Walton), dafür jedoch ein Werk, das es mehr als verdient hat: 2312 von Kim Stanley Robinson. Diese meisterliche Schilderung der Ausbreitung der Menschheit ins Sonnensystem birgt mehr echten sense of wonder, als mir je in irgend einem anderen Roman untergekommen ist. Übersetzer Jakob Schmidt bringt das auf seinem Blog wunderschön auf den Punkt − eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

         

Ein etwas ruhigeres, aber meines Erachtens genauso beeindruckendes Buch ist bei uns dieses Frühjahr erschienen: Flugverbot von Barbara Slawig. Zwei kluge Kundenrezensionen bei Amazon.de möchte ich zum Anlass nehmen, die Werbetrommel für diesen großartigen Roman zu rühren. »Mit dieser genauen, leise ironischen und liebevollen Beobachtung schickt die Autorin ihren Kommissar in seine heikle Mission, und diese Beobachtung gibt schon einen Vorgeschmack auf die vielen wunderbar gezeichneten Begegnungen zwischen den Menschen dieses Buches, eine spannende Mischung aus Science-Fiction und Krimi. Dabei ist die Sprache auf unterhaltsame Art literarisch, unaufdringlich, federleicht und immer präzise«, heißt es hier einmal, und: »Für mich ist er einer der wenigen Romane, die ich mehr als einmal gelesen habe und die mir immer im Gedächtnis geblieben sind.«

Ich habe Flugverbot inzwischen dreimal gelesen (und die Bücher, die mich dazu verlockt haben, kann ich wirklich an einer Hand abzählen), und ich hoffe, dass unsere mit viel Sorgfalt gestaltete Neuausgabe noch so manchen SF- und Krimi-Fans ans Herz wächst. Lasst Euch dieses Kleinod nicht entgehen!

 

2013|05|19  Das Herz der Phantastik ...

... schlägt nicht nur meiner Meinung nach weniger in dicken Schmökern mit Handlungsfäden, die sich wie Kaugummi über Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Seiten ziehen, sondern in der Kurzgeschichte und in der längeren Erzählung, der Novelle. Vor allem die Genres Science Fiction und Horror sind darauf angewiesen, dass junge Autoren sich erst einmal in der kurzen Form ausprobieren können, bevor sie sich an längere Texte wagen.

Einen ersten Überblick über das, was sich in dieser Hinsicht im angloamerikanischen Raum tut, bieten die »Year's Best«-Anthologien, von denen es zum Glück mehrere gibt. Aber das Feld, auf dem viele Autoren ihre ersten Erfahrungen sammeln und wo man noch richtige Überraschungen erleben kann, sind die Magazine.

         

Bei mir landen jeden Monat eine runde Handvoll im Briefkasten, darunter das bereits legendäre Fantasy & SF, eines der letzten überlebenden Digests, aber zu meinen Lieblingen zählen auch das britische SF-Magazin Interzone und das US-amerikanische Horror-Blatt Cemetery Dance. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein − Interzone ist vierfarbig auf gutem Papier gedruckt und gleicht eher einer schmalen Anthologie, während Cemetery Dance noch immer auf Zeitungspapier mit oft reichlich kruden Schwarzweiß-Bildern daherkommt.

Beide Magazine zeichnen sich jedoch durch eine beeindruckende Vielfalt von Storys aus der Feder von bekannten und noch nicht so bekannten Autoren aus sowie durch eine Reihe von Kolumnen und Rezensionsrubriken, die einem helfen, im Genredschungel den Überblick zu bewahren. Wer sich also fragt, wo man Autoren von der Klasse eines Paolo Bacigalupi, Ted Chiang oder David Mausek entdecken kann, der sollte sich hier einmal umschauen. Gleichzeitig ist ein Abo auf eines oder mehrere dieser Magazine auch eine Investition in die Zukunft der Genres, die wir alle so lieben. Denn wenn sich niemand um den Nachwuchs kümmert, wo sollen dann die künftigen Stars herkommen?

 

2013|05|10  Ein Ausflug mit Freunden ...

... hat mich gestern vom Schreibtisch ferngehalten. Wie jedes Jahr unternahm der SF-Club Andymon an Himmelfahrt eine als Wanderung getarnte Trinktour, die in Potsdam ihren Anfang nahm.

 

Um 11 Uhr ging es von dort aus mit dem Dampfer nach Petzow (Schwielowsee) ...

 

... wo wir einige hübsche Gebäude bestaunen konnten, die sich durchaus als neue Verlagsvilla eignen würden.

 

Satte 300 Meter hinter der Bootsanlegestelle fand sich die erste Gastwirtschaft ...

 

... und geschätzte 10 Kilometer später dann, oben auf dem Wachtelberg, die zweite.

 

Von hier hatten wir einen allerliebsten Ausblick auf Werder ...

 

... wo der Ausflug im Garten unseres großen Vorsitzenden dann in Ruhe ausklang.

Was das alles mit Golkonda zu tun hat? Nun, neben dem Hardcore-Golkondianer Hardy Kettlitz haben uns mindestens fünf andere Damen und Herren begleitet, die punktuell oder regelmäßig für unseren Verlag zur Tat schreiten: Christian Schobeß ist an den Vorbereitungen einiger Klassikerausgaben beteiligt und erarbeitet das Register für ein Sachbuch, das diesen Herbst erscheinen wird; Alexander Schepke steckt immer wieder mehrere Tage Arbeit in das Scannen und die Texterkennung schwieriger Frakturvorlagen; Gudrun Hahn beteiligt sich am Textabgleich unterschiedlicher Klassikerprojekte; Ralf Neunkirchen betreut fast im Alleingang eine Anthologie mit martialischen Gedichten, die es in sich hat; und Wolfgang Both, Autor der Roten Blaupausen, bereitet für uns eine Neuausgabe von Bellamys Rückblick aus dem Jahre 2000 vor.

Bereits der Shayol Verlag hat immer wieder von dem Berliner SF-Netzwerk profitiert, das sich hinter dem Namen Andymon verbirgt. Bei Golkonda ist es nicht anders. Wohl dem, der gute und fleißige Freunde hat!