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2013|02|22  Wie in einer anderen Welt ...

... fühle ich mich manchmal, wenn ich mir den Schweiß von der Stirn wische und, zusammen mit meinen Mitstreitern Ben und Hardy, darum ringe, dass unser Frühjahrsprogramm noch rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse fertig wird. In einer anderen Welt ist aber auch der Titel eines Romans, der Mitte März bei Golkonda erscheint. Im englischen Original heißt er Among Others, und die Autorin Jo Walton wurde dafür sage und schreibe mit dem Hugo Award, dem Nebula Award und dem British Fantasy Award ausgezeichnet. Wir fühlen uns geehrt, dass wir dieses tolle Buch verlegen dürfen, sehen uns aber auch in unserer Arbeit bestätigt − Golkonda mausert sich allmählich zu einer der ersten Adressen für Phantastik unter den Kleinverlagen im deutschsprachigen Raum.

Ausführlich zitieren möchte ich allerdings, und das ist der Anlass für diesen Blogeintrag, was Jo Walton uns zum Cover der deutschen Ausgabe geschrieben hat: »That is hands down the best cover it has had so far in any country − and way way nicer than either of the English editions. If you get the chance please congratulate your art director and whoever put that together. It's lovely and it gets the feel of the book so much better. I'm really impressed. Thank you.« [Siehe auch hier.]

Unsere Gestalterin Ben, die hier gemeint ist, hat wahrscheinlich vor Freude ein Reihe von Purzelbäumen geschlagen. Verdient hat sie das Lob allemal; ich kenne niemanden, die in jedes einzelne Buch so viel Herzblut investiert, und das Ergebnis haut mich jedes Mal wieder aufs Neue um. Natürlich bin ich vorbelastet, aber auch unsere Leser bestätigen uns fortwährend, wie begeistert sie auch von der Gestaltung unserer Bücher sind.

Ach ja, In einer anderen Welt hat die vielen Preise meines Erachtens völlig verdientermaßen eingeheimst. Also unbedingt vormerken − die ersten Exemplare gibt es auf der Leipziger Buchmesse zu sehen ...

 

2013|02|14  »220 rundum gelungene Seiten ...«

... bescheinigt uns Perry Rhodan-Chefredakteur Klaus N. Frick auf seinem Blog ENPUNKT und meint damit den Roman Triaden von Poppy Z. Brite & Christa Faust, der bei Golkonda im November 2011 erschienen ist. Und weil der geschätzte (und sehr belesene) Kollege einige sehr kluge Dinge über dieses Buch sagt, möchte ich ihn etwas ausgiebiger zitieren:

»Es gibt Romane, die finde ich toll, bei denen tu' ich mich aber schwer, sie anderen Menschen zu empfehlen. Ein Beispiel dafür ist Triaden, ein Werk des amerikanischen Schriftstellerpaars Poppy Z. Brite und Christa Faust: Der Roman ist mal historisch, mal phantastisch, er hat Thriller-Elemente, und er bringt viel homosexuelle Subkultur, er ist spannend und unterhaltsam. Aber da er sich Genre-Konventionen entzieht, ist es nicht einfach, ihn zu besprechen.

Das Buch knallt: Die Geschichte ist spannend, sie wird in einer mitreißenden (und gut übersetzten!) Sprache erzählt; ich konnte mit der Lektüre kaum aufhören. Sex wird en passant geschildert, denn in diesem Roman ist es völlig normal, wenn zwei Männer miteinander poppen. Das fand ich anfangs ungewöhnlich, weil das nicht so häufig vorkommt, aber es passt hundertprozentig zur Geschichte.

Letztlich geht's um Geschlecht und Identität, vermischt mit einem phantastischen Hintergrund. Der Roman ist sicher nicht jedermanns Sache; wer sich darauf einlässt, bekommt aber 220 rundum gelungene Seiten.«

Tja, und weil sich dieser Roman nicht so einfach einem bestimmten Genre zuordnen lässt, könnte er noch ein paar LeserInnen mehr gebrauchen, denn wir möchten uns nur ungern davon abschrecken lassen, auch weiterhin ungewöhnliche Bücher zu verlegen. Also: Kauft ihn, lest ihn, empfehlt ihn weiter!

 

2013|02|06  Die Zeitschrift »Bücher« ...

... ist für gewöhnlich nicht die erste Adresse, um sich über phantastische Literatur zu informieren, aber in der aktuellen Ausgabe (März/April 2013) widmet sie sich auf über zwanzig Seiten dem Fantasy-Genre, und das durchaus kompetent. Umso erfreulicher, dass es unter den zahllosen rezensierten Büchern immerhin zwei Romane für erwachsene Leser auf volle fünf Sterne bringen − neben George R.R. Martins Eis und Feuer-Serie der erste Band unserer Nimmèrÿa-Neuausgabe von Großmeister Samuel R. Delany.

Und wenn wir schon dabei sind, uns durch die mediale Wahrnehmung von Golkonda-Büchern zu wühlen: Auf Buchkritik.at wird der feine Storyband Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes von Ted Chiang mit folgenden Worten gelobt: »Dort, wo diese Geschichten qualitativ angesiedelt sind, ist die Luft schon recht dünn. Es fehlt nicht viel zu den absoluten Meisterwerken des Genres, wie Daniel Keyes' Flowers for Algernon oder Isaac Asimovs ›The Bicentennial Man‹.«

         

Auf wewantmedia.de (was es alles gibt) äußert wiederum Christian Funke-Smolka seine Meinung zu Chiang: »... aber beeindruckt hat mich hier vor allem die überaus gelungene Übersetzung durch molosovsky! Besser können solche Texte nicht übersetzt werden. (...) Was bleibt mir am Schluss dieser Review anderes zu sagen, als jedem interessierten Leser zu raten, dieses Buch unbedingt zu kaufen. Wer auf der Suche nach geistig anregender Literatur bereit ist, auch mal ungewohnte Gedankenmodelle zu durchdenken und etwas über den eigenen Tellerrand zu schauen, der kommt auf keinen Fall an Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes vorbei!«

Und im Zusammenhang einer Besprechung von u.a. Ein feiner dunkler Riss von Joe R. Lansdale schreibt derselbe Rezensent: »Was die Buchveröffentlichungen auszeichnet, ist die spezielle und liebevolle Gestaltung und Verarbeitung der einzelnen Ausgaben sowohl in der grafischen Aufmachung als auch dem hochwertigen Papier. (...) Wenn jemand noch überzeugt werden müsste, was der Vorteil eines Buches gegenüber einem I-Pad ist, dem würde ich wortlos ein Exemplar eines Buches aus dem Golkonda Verlag in die Hand drücken. Schöner kann ein Buch kaum gestaltet sein, denn jede Veröffentlichung gleicht einem kleinen Kunstwerk. Neben dem unglaublich schön gestalteten und sehr ästhetischen Cover-Artwork wird jede einzelne Seite zu einem kleinen grafischen Hingucker, da man sowohl die durchgehenden Seitenzahlen als auch die Kapitelnummerierungen visuell hervorgehoben hat. Klein und unauffällig, aber stilistisch prägnant!« Bei so viel Lob muss man ja fast verschämt die Tastatur von sich schieben! Aber Ehre, wem Ehre gebührt: Was Ben und Hardy, unsere Designerin und unser Setzer, da gestalterisch leisten, ist wirklich allererste Sahne!

Zum Schluss noch ein Hinweis auf einen schönen Artikel zum Thema Jugendliteratur − auch für Erwachsene auf culturmag.de. Darin rezensiert Ulrich Noller ebenfalls Ein feiner dunkler Riss, und erstaunlich finde ich, dass hier ein Buch des Kleinstverlages Golkonda offenbar neben den Konzernprodukten von Bloomsbury und Random House bestehen kann. Aber lesen Sie selbst ...