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2013|01|28  Die Leipziger Buchmesse ...

... ist nicht nur ein Ort, wo man sich trifft und von den Büchern schwärmen darf, die man verlegt, sondern es ist auch ein Termin (14. März), an dem ebendiese Bücher fertig sein sollten, damit sie gezeigt und bestaunt werden können. Entsprechend häufen sich gerade die Projekte (acht an der Zahl!), die bereits in der Druckerei in Arbeit sind oder es demnächst sein müssen − eine gute Gelegenheit, hier wieder einen kleinen Überblick zu geben.

Zwei Strugatzki-Bände sollen bis zur Messe vorliegen. Davon ist der vierte Band der Gesammelten Werke bereits gedruckt und in der Buchbinderei (ich habe am vergangenen Freitag die Nummernblätter zum Einbinden dort vorbeigebracht), und er wird wohl nächste Woche fertig; und bei Band 2 der Paperbackreihe, Kapitän Bykow, warte ich noch auf die letzten Korrekturen von Harun Raffael und den endgültigen Umschlagentwurf von Ben, und dann geht auch dieses Buch − hoffentlich nächste Woche − in den Druck.

Ebenfalls unproblematisch sind Hiobs Spiel 1: Verlierer von Tobias O. Meißner (hier fehlt der Druckerei, soweit ich weiß, nur noch die Freigabe des Umschlagandrucks, dann laufen die Maschinen an) und Dunkle Reflexionen von Samuel R. Delany − die letzten Korrekturen von Hellfrid Niesche sind bereits auf der Post, sodass die Datei noch diese Woche bei der Druckerei hochgeladen werden kann.

         

Etwas enger wird es schon bei Captain Future 2: Erde in Gefahr; bis Mitte der Woche sollte ich mit dem Lektorat durch sein, und wenn alles nach Plan verläuft, können Robert Schekulin und ich nächste Woche im Eildurchgang die Fahnen lesen und das Buch in Druck geben. Ähnliches gilt für Straße der Toten von Joe R. Lansdale, wobei ich hier das Lektorat frühestens nächste Woche abschließen werde, und dann werden wir auch dieses Buch durch den Satz und zwei Korrekturgänge jagen.

Fast zum Schluss dann noch unser kleines Messe-Highlight, der mehrfach preisgekrönte Roman In einer anderen Welt von Jo Walton; dank der äußerst gründlichen und schnellen Arbeit von Außenlektorin Simone Heller, die meine Übersetzung mit zwei fingerdicken Stapeln gelber Klebezettel gespickt hat, besteht eine gute Chance, dass auch dieses Buch rechtzeitig vorliegt − im Moment ist es bei meinem Kollegen Hardy Kettlitz im Satz, und ich warte schon gespannt auf den Coverentwurf von Ben.

Last not least dann noch ein »Schnellschuss«: Im Moment lese ich (abends, wenn alles ruht) die Fahnen von Barbara Slawigs Flugverbot, einem der besten deutschsprachigen SF-Romane, die ich kenne, weshalb ich ganz besonders stolz bin, dass die Autorin ihn uns für eine Neuausgabe anvertraut hat. Auch hier fehlt noch das Cover, aber da es bereits ein Motiv gibt, bin ich optimistisch, dass wir das schaffen.

Verflixt viele Bücher, stimmt's? Ich werde jedenfalls ab nächste Woche, wenn die letzten Lektorate in Sack und Tüten sind, bezüglich Golkonda wieder etwas kürzer treten, denn dann gilt es, Joe Hills neusten Roman NOS4A2 für Heyne zu übersetzen, und der hat immerhin rund 900 Manuskriptseiten. Zum Glück als Teamwork, und zum Glück sitzt Sara bereits seit drei Wochen dran ...

 

2013|01|14  Aller guten Dinge ...

... sind bekanntlich drei, und drei Bücher, die meine Frau Sara und ich übersetzt haben, werden dieses Frühjahr im großartigen Verlag Klett-Cotta erscheinen: ein Essayband von William »Neuromancer« Gibson mit dem schönen Titel Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack, ein Near-Future-Thriller des Newcomers Nathaniel Rich, der Schlechte Aussichten verspricht, und der neuste Roman von Golkonda-Meistererzähler Joe R. Lansdale, Dunkle Gewässer.

Und nein, es erscheint jetzt nicht deshalb so viel, weil wir übereilt hingeschluderte Seiten abgeliefert haben; es bündeln sich hier einfach mehrere Aufträge, die wir im Laufe des Jahres 2012 abgearbeitet haben − und zwar wirklich schöne Aufträge, wie ich gar nicht genug betonen kann.

         

Was soll ich sagen? Schätzen wir uns glücklich, dass es noch größere Verlage gibt, die ihr Programm mit einer solchen Sorgfalt auswählen und so tolle Bücher machen (und natürlich ... so tolle Übersetzer beschäftigen). Joe R. Lansdale hat Golkonda übrigens deshalb keineswegs »verloren«, sondern wir hoffen, dass seine Bekanntheit von diesem Buch ebenso profitiert wie von den Taschenbuchlizenzen, die von unseren Lansdale-Romanen bei Suhrkamp erscheinen (und planen bereits weitere Bücher von ihm).

Deshalb: Kaufen Sie die Bücher, die Sie toll finden, beim Buchhändler um die Ecke (er bestellt Ihnen auch bestimmt das Golkonda-Programm), und unterstützen Sie die Verlage, Händler und anderen Projekte, die es Ihnen wert erscheinen. Anonyme Ketten haben wir bereits genug ...

 

2013|01|01  Das Buch des Jahres 2012 ...

... aus dem Golkonda-Programm ist, jedenfalls wenn man einem der belesenen Rezensenten von Buchkritik.at glauben möchte (und das tue ich nur zu gerne), Purpur und Schwarz von K. J. Parker. »Das originellste und gelungenste Fantasy-Buch, das 2012 in deutscher Sprache erschienen ist!«, schreibt Alfred Ohswald dort, was umso erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, dass es sich dabei lediglich um einen 120seitigen Briefroman handelt, und das in einem Genre, welches sich nicht nur durch ziegelsteindicke Schmöker auszeichnet, sondern meist mindestens auch durch Trilogien oder noch Umfänglicheres. Ein kleines Meisterwerk, ganz ohne Frage, und von Jakob Schmidt mit großem Einfühlungsvermögen ins Deutsche übersetzt. Wer das Bändchen also noch nicht gelesen hat, sollte das spätestens jetzt unbedingt nachholen!

Ansonsten freue ich mich auch über andere unserer Bücher, die unsere Erwartungen übertroffen haben (wobei es genügend gibt, bei denen das Gegenteil der Fall ist, aber wen wundert's bei einem so eigensinnigen Programm): allen voran Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes von Ted Chiang, von dem wir heuer eine 2. Auflage drucken durften − nicht zuletzt, weil es in der Otherland Buchhandlung das bestverkaufte Buch der Jahres wurde −, und Hiobs Spiel 3: Verlierer von Tobias O. Meißner, das sich nicht nur bei unseren Privatbestellern, sondern auch im Buchhandel allgemein als absoluter Renner erwies. Natürlich haben wir auch eine Menge Bücher von Joe R. Lansdale verkauft und desgleichen aus der Serie Captain Future, aber über unerwartete Ausreißer freut man sich halt doch am meisten.

Mein vorläufiges Fazit aus dem Jahr 2012? Um sich innerhalb des Überangebots von Büchern zu behaupten, die jedes Jahr auf den deutschsprachigen Markt geworfen werden, muss ein Verlag wie Golkonda vor allem auf Qualität setzen − Qualität bei der Programmauswahl, bei der Übersetzung, bei Lektorat und Gestaltung, einfach überall. Deshalb hoffe ich für das neue und die folgenden Jahre, dass wir diesem Anspruch noch mehr gerecht werden, und verspreche neue Bücher und sorgfältig edierte Neuausgaben von Laird Barron, Ted Chiang, Samuel R. Delany, Victor Hugo, HP Lovecraft, Anne Radcliffe, Geoff Ryman, Malte S. Sembten, Arkadi & Boris Strugatzki, Karl Edward Wagner, Jo Walton, Thomas Ziegler und vielen mehr. Halten Sie Ausschau, bleiben Sie uns treu, wir haben noch viel vor.