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2012|11|28  Im Zeichen des Hiob ...

... steht ein Großteil dieser Woche, und gemeint ist damit Hiob Montag, »Held« der Serie Hiobs Spiel von Tobias O. Meißner. Denn vorgestern, natürlich an einem Montag, bin ich zusammen mit dem Autor nach Berlin-Marienfelde in »unsere« Druckerei SDL gefahren, damit er die vorbestellten Exemplare von Hiobs Spiel 3: Verlierer signieren konnte. Rund 250 Exemplare warteten dort auf einer Palette auf uns, die wir − der Verleger packt aus, der Autor signiert − in gut zwei Stunden bewältigt haben.

Hier sieht man die Herren Riffel und Meißner nach getaner Arbeit stolz vor dem Wagen mit den signierten Bänden stehen. Ganz herzlich bedanken möchten wir uns bei den Kollegen von SDL, vor allem bei den Herren Albrecht, Bischoff und Burzlaff (der auch das Foto geschossen hat), die dafür gesorgt haben, dass diese Aktion problemlos und in angenehmer Atmosphäre über die Bühne ging.

Und wer jetzt neugierig auf das Buch geworden ist: Tobias O. Meißner wird am kommenden Freitag, dem 30.11.2012, um 20 Uhr in der Otherland Buchhandlung daraus lesen und dazu Rede & Antwort stehen. Und natürlich kann man Verlierer dort dann auch käuflich erwerben. Oder es direkt beim Verlag bestellen − etwa zwanzig signierte Exemplare sind noch zu haben ...

 

2012|11|20  Boris Strugatzki ...

... ist gestern im Alter von 79 Jahren in St. Petersburg gestorben. Eine entsprechende Nachricht hat mich vor wenigen Minuten von Strugatzki-Herausgeber und -Übersetzer Erik Simon erreicht, und auch die dt. Wikipedia-Seite ist bereits aktualisiert. Es freut mich sehr, dass Boris Strugatzki noch erleben durfte, wie sein Werk und das seines Bruders durch eine − vom Heyne Verlag auf den Weg gebrachte − Ausgabe geehrt und im deutschsprachigen Raum in breitem Umfang wieder zugänglich gemacht wurde und wird.

Der Golkonda Verlag wurde unter anderem gegründet, um diese Ausgabe auch in gebundener Form zu publizieren, und ergänzend ist bei uns bisher das Debut der Strugatzkis, Atomvulkan Golkonda, erschienen, nach dem sich unser Verlag benannt hat. Bereits im ersten Jahre unseres Bestehens war es mir dank der Vermittlung des Strugatzki-Agenten Franz Rottensteiner und des Verlages Klett-Cotta gelungen, Boris Strugatzki für einen signierten Sonderband seiner allein verfassten Schriften zu gewinnen, der vor wenigen Monaten als Supplementband zur Werkausgabe erschienen ist − das wie ich finde beeindruckende Vermächtnis eines der ganz Großen der literarischen Phantastik. Ehren wir ihn dadurch, dass wir ihn lesen.

PS: Abschließend sei noch auf den Nachruf von Dietmar Dath in der FAZ verwiesen.

Nachtrag: Erik Simon, Herausgeber unserer Strugatzki-Ausgaben, hat für russland heute einen Nachruf verfasst.

 

2012|11|09  Wie geht es weiter ...

... in unserem Programm? − Darüber informiert in erster Linie unsere Vorschau, in der im Augenblick sieben Neuheiten zu finden sind, die ihres Erscheinens harren. Natürlich haben wir darüber hinaus noch eine Reihe weiterer Titel in Planung, und zwar so viele, dass es mir manchmal ganz schummerig wird, weil ich nicht weiß, woher wir die Zeit dafür nehmen sollen. Weshalb ich auch ungern Termine nenne, bevor ein Buch nicht zumindest übersetzt bei mir auf dem Desktop gelandet ist.

Aber diese Woche habe ich zwei Verträge zu Projekten zurückerhalten, über die ich mich − aus unterschiedlichen Gründen − sehr freue. Im kommenden Frühjahr wird bei uns der Roman erscheinen, der brandaktuell mit dem Hugo Award, dem Nebula Award und dem British Fantasy Award ausgezeichnet wurde, und zwar Among Others von Jo Walton, eine wunderschöne Geschichte über ein Mädchen, das an Magie glaubt und vor der nicht immer angenehmen Wirklichkeit in phantastische Bücherwelten flüchtet. Ich bin schon fleißig am Übersetzen, und auch wenn das sehr knapp wird, hoffen wir, die deutsche Ausgabe Mitte März auf der Leipziger Buchmesse präsentieren zu können.

         

Das zweite Projekt ist deutlich umfangreicher und langfristiger, denn dabei handelt es sich um nicht mehr und nicht weniger als die deutsche Ausgabe der gewaltigen, Maßstäbe setzenden Lovecraft-Biographie I am Providence aus der Feder von S. T. Joshi, dem fraglos besten Lovecraft-Kenner weltweit. Für dieses Mammutwerk konnten wir Andreas Fliedner als Übersetzer gewinnen, in zweierlei Hinsicht ein Glücksfall, denn er hat sich nicht nur als Übersetzer anspruchsvoller Sachbücher aus den Bereichen Philosophie und Geschichte hervorgetan, sondern ist auch mit der literarischen Phantastik des 19. und 20. Jahrhunderts wohlvertraut. Wann mit dem Erscheinen zu rechnen ist, lässt sich nur abschätzen − derzeit planen wir die beiden Bände (mit insgesamt rund 2000 Seiten) für 2014 und 2015 ein.

Und als kleiner Vorgeschmack wird 2013 eine deutsche Ausgabe des Bändchens The Annotated Supernatural Horror in Literature erscheinen, eine von Alexander Pechmann angefertigte Neuübersetzung von Lovecrafts berühmtem Großessay, zum ersten Mal mit dem kompletten Vorwort und umfangreichen Kommentar von S. T. Joshi sowie einer von Robert N. Bloch für den deutschsprachigen Raum überarbeiteten und erweiterten Bibliographie; ein in jeder Hinsicht faszinierendes und nützliches Werk und ein erster Ausflug des Golkonda Verlages in Richtung Sachbuch − und bestimmt nicht der letzte ...

 

2012|11|05  Die Stuttgarter Zeitung ...

... hatte uns bisher nur selten auf dem Radar, aber mit ihrer Ausgabe vom 2.11.2012 beglückt sie mich ganz besonders − Thomas Klingenmaier schreibt in seiner Krimikolumne unter dem Titel Wachmänner, Kannibalen und Norman Bates:

»Es gibt Bücher, die scheinen gerade durch ihren Erfolg überflüssig geworden zu sein. Jeder etwa meint, Robert Blochs Psycho zu kennen, ohne den Roman je gelesen zu haben. Hat nicht Alfred Hitchcock einen der bedeutendsten Thriller der Filmgeschichte aus diesem Buch gemacht? Und gehört Psycho nicht zur Grundausstattung jedes für Fiktionen nicht ganz und gar verlorenen Westlers? Aber Blochs Serienkillerroman aus dem Jahre 1959 ist eben ganz und gar nicht überflüssig oder durch Filmkenntnis langweilig geworden, wie die Neuübersetzung zeigt. Bloch erweist sich wieder einmal − und eine größere deutsche Neuerschließung des Werks ist überfällig − als durchtriebener Erzähler, der den Außenseiter als Kernfigur vorführt. Irgendetwas ist kaputtgegangen im amerikanischen Traum. Und aus einst guten Söhnen werden nun Typen wie Norman Bates.«

Man möge mir verzeihen, dass ich das hier so ausführlich zitiere, aber es kommt selten vor, dass es einem Rezensenten auf so gedrängtem Raum gelingt, das Wesentliche so effektiv zusammenzufassen. Als ich Psycho Anfang dieses Jahres neu übersetzt habe und auch während der Zusammenarbeit mit meinem großartigen Lektor Andy Hahnemann wurde mir bewusst, dass dieser Roman nicht nur ein Meisterwerk psychologischen Erzählens ist, sondern dank seiner völlig überzeugenden Schilderung eines Außenseiterdaseins auch ein brennend aktuelles Buch. Jetzt muss es nur wieder seine Leser finden ...