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2012|09|27  Die Ereignisse überschlagen sich ...

... jedenfalls habe ich im Moment das Gefühl, dass alles gleichzeitig erledigt werden muss. Seit Monaten werkeln wir, in unterschiedlichen Stadien, an einem runden Dutzend Büchern, und jetzt trägt die Arbeit allmählich Früchte. Geschichten aus Nimmèrÿa von Samuel R. Delany ist in der Druckerei und sollte Mitte Oktober fertig sein. In unsere Hellboy-Anthologie Medusas Rache hat unser Setzer Hardy Kettlitz gerade die letzten Korrekturen eingearbeitet, und sobald die Umschlagdatei vorliegt, geht das Buch in die Druckerei und sollte Mitte November ausgeliefert werden können.

Das Gleiche gilt für Hiobs Spiel 3: Verlierer von Tobias O. Meißner. Mein Drucker spuckt gerade die Fahnen aus, damit ich ein letztes Mal Korrektur lesen kann (den ersten Durchgang hat dankenswerterweise meine Kollegin Catherine Beck übernommen), und bis Mitte nächster Woche sollte auch dieses sehr aufwändig gestaltete Buch in den Druck gehen können. In der darauffolgenden Woche werde ich mich dann mit dem Autor treffen, um das Lektorat von Hiobs Spiel 1: Frauenmörder durchzugehen; wenn alles nach Plan verläuft, wird diese − erstmals vollständige − Neuausgabe (der »Writer's Cut« sozusagen) noch zu Weihnachten fertig, sonst eben im Januar. Zur Leipziger Buchmesse im März soll dann auch Hiobs Spiel 2: Traumtänzer neu erscheinen; hoffen wir, dass das alles klappt, die Termine sind da sehr knapp kalkuliert.

         

Nachdem der erste Supplementband zur großen Strugatzki-Edition bereits fast vergriffen ist, arbeiten wir jetzt weiter mit Volldampf am regulären Band 4 der Ausgabe; die Druckfahnen liegen schon eine ganze Weile bei mir, und ich hoffe, mit der Korrektur bis Ende Oktober fertig zu sein, sodass das Buch im Januar ausgeliefert werden kann. (Subskriptionen auf die sechsbändigen Gesammelte Werke sind natürlich noch erhältlich.) Ebenfalls fertig gesetzt ist der erste Band unserer Neuausgabe der Sardor-Trilogie von Thomas Ziegler. Hier haben wir allerdings noch kein Titelbild, weshalb ich mich mit einer Terminnennung noch zurückhalte.

Mit großem Vergnügen lektoriere ich gerade Andy Hahnemanns Übersetzung des Romans Dark Reflections von Samuel R. Delany. Dunkle Reflexionen soll noch diesen Winter erscheinen, ebenso wie der zweite Band unserer Captain Future-Gesamtausgabe; von Erde in Gefahr liegt mir die Übersetzung von Markus Mäurer bereits vor, und an das Lektorat werde ich mich dann auch als Nächstes machen.

         

Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja, der lang angekündigte Zombie-Western-Band Straße der Toten von Joe R. Lansdale ist auch fast fertig übersetzt und kommt demnächst auf den stetig wachsenden »to do«-Stapel, und desgleichen der erste Band unserer Neuausgabe der Kane-Romane von Karl Edward Wagner. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal mehr ...

 

2012|09|15  Das Heyne SF Jahr ...

... ist für alle Phantastik-Freunde ein unverzichtbares Standardwerk, um sich regelmäßig über SF, Fantasy und Horror in den unterschiedlichsten Medien zu informieren. Auch die aktuelle Ausgabe ist wieder randvoll mit Informationen und Meinungen − und, wie ich erfreut festgestellt habe, äußerst sinnfällig bebildert. Kaum hatte ich die ersten Seiten aufgeschlagen (einen autobiografischen Beitrag von Margaret Atwood, den ich übersetzt habe), stieß ich auf einen Comic-Ausschnitt von ... Milton Caniff! Denn Atwood erzählt von den Bilderwelten, die sie als Kind beeinflusst haben, und dazu gehört offenbar auch die berühmt-berüchtigte »Dragon Lady« aus Terry and the Pirates. Yeah!

         

Außerdem möchte ich noch ein Buch empfehlen, das ich gerade zu Ende lese: Of Blood and Honey von Stina Leicht. Dabei handelt es sich um einen phantastischen Gegenwartsroman, der im Nordirland der 70er Jahre spielt und auf faszinierende Weise Zeitgeschichte und irische Mythologie miteinander vermischt. Der zweite Band hat den unwiderstehlichen Titel And Blue Skies from Pain, und ich bin schon sehr gespannt ...

 

2012|09|10  Milton Caniff ...

... ist für mich der vielleicht bedeutendste Comic-Künstler des 20. Jahrhunderts. Milton Caniff? Nie gehört, werden viele sagen, was kein Wunder ist, denn von ihm ist hierzulande fast nichts erschienen − Feest ist in den 80er Jahren mit Ausgaben seiner großen Serien Terry and the Pirates und Steve Canyon gescheitert, und auch in seinem Heimatland hatten die Verlage lange kein Glück mit Sammelausgaben seiner Werke. Bis jetzt. In der Library of American Comics erscheint, nach einer sechsbändigen Gesamtausgabe von Terry, nun auch sein Meisterwerk Steve Canyon.

Bevor ich Caniffs Abenteuergeschichten kannte, hat er mich bereits indirekt beeindruckt: Zu meinen Comic-Lieblingen im Teenageralter zählten Der rote Korsar und noch mehr Buck Danny von Jean-Michel Charlier und Victor Hubinon. Vor allem Hubinons Zeichenstil ist heftigst von Caniff geprägt, aber auch Charliers Mischung aus Exotik und Humor zeigt, dass er das große Vorbild zu schätzen wusste. In erster Linie möchte ich hier jedoch ein Buch empfehlen, das ich gar nicht genug loben kann.

R.C. Harvey, seit vielen Jahrzehnten einer der besten Berichterstatter im US-Comic(un)wesen, hat eine knapp 1000seitige Biographie über Milton Caniff geschrieben, die den bezeichnenden Titel Meanwhile ... trägt. Darin schildert er Caniffs Leben, analysiert sein Werk und schreibt dabei ganz nebenbei eine Geschichte des US-amerikanischen Zeitungsstrips. Am gestrigen Sonntag habe ich mal wieder völlig fasziniert einhundert Seiten am Stück gelesen und kann es gar nicht erwarten, das Buch wieder zur Hand zu nehmen. Ich habe in meinem Leben schon viele, auch sehr umfangreiche Biographien gelesen, und das ist meines Erachtens eine der besten.

Worüber wir natürlich nicht vergessen sollten, Milton Caniff selbst zu lesen, denn wie es dieser in nur wenigen Jahren (nachvollziehbar im ersten Terry-Band) schafft, vom begabten Allrounder zum Vorreiter ganzer Künstlergenerationen zu werden, ist wirklich beeindruckend. (Falls irgendjemand einen sechsstelligen Betrag geerbt haben sollte, möge er sich melden − wir starten bei Golkonda gerne noch eine anspruchsvolle Comicreihe ...)

 

2012|09|02  Hiobs Spiel ...

... von Tobias O. Meißner gehört nicht nur meiner Meinung nach zu den ganz großen Highlights der deutschen Gegenwartsliteratur. Als ich den ersten Band vor Jahren fürs Internet besprochen habe, konnte ich nicht fassen, was dieser Schriftsteller sich da traut: Sowohl stilistisch wie auch hinsichtlich der Drastik des Geschilderten sind diese Romane einzigartig. Umso größer ist unser Stolz, dass wir nun verkünden können: Hiobs Spiel erscheint komplett bei Golkonda.

         

Dass wir diesen Herbst den lang erwarteten Band 3 vorlegen werden, hatten wir bereits vor einem halben Jahr angekündigt. Nun hat uns Tobias O. Meißner auch die Rechte an Band 1 und Band 2 anvertraut. Sie werden im Winter 2012/13 bzw. im Frühjahr 2013 als schöne Klappenbroschuren und als E-Books erscheinen, und zwar in einer einheitlichen Reihengestaltung. Einmal mehr bin ich sehr begeistert von dem, was unsere Gestalterin Ben hier geleistet hat, und hoffe, dass die zahlreichen Hiob-Fans (und die, die es werden wollen) das genauso sehen ...