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2012|07|26  Das Spiel geht weiter ...

... und zwar diesen Oktober mit Band 3 von Hiobs Spiel, der postmodernen Horror-Serie von Tobias O. Meißner. Ich will an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren, sondern nur mitteilen, dass wir, nach längeren Geburtswehen, ein Cover für dieses Buch haben.

Unsere Grafikerin Ben [go to: www.benswerk.de] hat sich dieses Mal etwas schwerer getan, weil sie gerade von diesen Büchern sehr begeistert ist, und da gilt es natürlich, alles besonders gut zu machen. Bei einem Treffen von Grafikerin, Autor und Verleger wurde dann jedoch ein gemeinsamer Trend ausgemacht, und jetzt liegt das Ergebnis vor. Und wir jedenfalls sind sehr angetan und können kaum erwarten, bis das gedruckte Meisterwerk vorliegt ...

 

2012|07|21  Nach dem Urlaub ...

... genau genommen nach einer ruhigen Woche am Scharmützelsee, habe ich wieder richtig Lust, etwas am Bildschirm zu arbeiten. Das Wetter war nicht so dolle, viel Regen und kalter Wind, aber immerhin bin ich so dazu gekommen, mit unserem Robertchen zu puzzeln und am See spazieren zu gehen, und auch diverse Bücher und andere Papierstapel wurden bewältigt − so zum Beispiel immerhin die ersten 275 Seiten der Druckfahnen von Band 4 der Strugatzki-Edition, der diesen Herbst erscheinen wird, die Bände 2 bis 4 (von zehn) der Autobiographie des Naturphilosophen Henrik Steffens (dazu bei Gelegenheit mehr), den zweiten Band von Hiobs Spiel von Tobias O. Meißner (in Vorbereitung auf das Lektorat von Band 3) und mehrere Kapitel des Buches Romantik von Rüdiger Safranski.

         

Kommende Woche geht es dann weiter mit meiner neuen Übersetzung, auf die ich mich − aus offensichtlichen Gründen − ganz besonders freue, sowie mit dem Lektorat der Hellboy-Storys, deren Übersetzungen nach und nach hier eintrudeln. Außerdem fresse ich mich gerade durch das Werk eines Horror-Autors, der mich sehr beeindruckt, den ich aber nicht nennen möchte, weil wir finstere Pläne hegen, diesen vielleicht bei Golkonda zu veröffentlichen, und über ungelegte Eier gackert man bekanntermaßen besser nicht. Dafür kann ich an dieser Stelle demnächst hoffentlich über ein anderes Projekt plaudern, das mir sehr am Herzen liegt − eines, das uns kaum einer zutrauen wird, aber wir sind schließlich immer für eine Überraschung gut.

 

2012|07|10  Hammerharte Krimis ...

... sind manchmal genau die richtige Lektüre, wenn der Alltag nervt und man irgendwie Dampf ablassen möchte. Und wer wäre härter als Mike Hammer, von Mickey Spillane Ende der 1940er Jahre auf der Schreibmaschine buchstäblich ins Leben »gehämmert«? Nach des Meisters Ableben im Jahr 2006 schreibt Max Allan Collins die Serie mit allerhöchstem Segen weiter, und aktuell hat er mit Lady, Go Die! eine direkte Fortsetzung des legendären ersten Mike Hammer-Romans I, the Jury vorgelegt.

         

Darin verschlägt es Mike und seine kurvenreiche (!) Sekretärin Velda in ein kleines Kaff ein Stück weg von New York, wo sie sich von den Spätfolgen des in I, the Jury gelösten Falles erholen wollen. Daraus wird allerdings nichts, denn mehrere korrupte Polizisten und eine ermordete Schöne erregen Mikes Missmut, sodass er sich einmal mehr veranlasst sieht, zwanghaft für Ordnung zu sorgen.

Laut Vorbemerkung fanden sich von Lady, Go Die! achtzig Seiten im Nachlass von Spillane, und Collins hat daraus einen kurzen, schnellen Krimi gemacht, der es in sich hat. Mir jedenfalls macht es eine Menge Spaß, über eine Zeit zu lesen, in der noch ordentlich geflucht werden darf und Ermittler nach Telefonzellen suchen, wenn sie dringend jemanden erreichen müssen. Außerdem korrigiert sich Spillanes vielgescholtenes Frauenbild hier fast von selbst, denn Velda ist kein sanftmütiges, devotes Weibchen, sondern hat selbst eine Detektivlizenz und kann mit einer Knarre umgehen. Feierabendlektüre vom Feinsten!

 

2012|07|05  Kleine Juwelen ...

... der erzählenden Prosa findet man nicht nur im Golkonda Verlag, sondern auch manch anderer tapfere Kleinverleger bemüht sich erfolgreich um die »Short Story« und um die etwas längere »Novelle«. Auf den schon seit vielen Jahren etablierten Festa Verlag, in dem vor allem das Grauen zu Hause ist, braucht man eigentlich nicht extra hinzuweisen, ist er unter Genrefans doch schon fast so etwas wie eine Legende, wenn auch eine äußerst aktive und vielseitige. Weniger bekannt dürfte die Edition Nachtgänge sein, die bisher erst eine Veröffentlichung vorzuweisen hat.

In dem neuen Berliner Verlag hat man sich auf düstere Phantastik spezialisiert, die etwas leiser daherkommt. Bisher liegt unter dem Titel Abzweigungen ein Sammelband mit Erzählungen von Andreas Fliedner vor, dem Einflüsse von M. R. James und Rober Aickman anzumerken sind, stilistisch souverän und thematisch originell. Darüber hinaus soll noch diesen Sommer die erste deutsche Ausgabe der Tragödie des Atheisten (1611) von Cyril Tourneur vorgelegt werden, für nächstes Jahr ist Kurzprosa von Bettina Klix angekündigt.

Bei der Edition Nachtgänge legt man offenbar nicht nur Wert auf sorgfältig edierte Inhalte, sondern auch die klassisch anmutende Ausstattung, das gute Papier und der sehr gefällige Satz sind ein Vergnügen. Hier werden Bücher gemacht, wie sie von Lesern und Sammlern hochgeschätzt werden.