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2012|04|30  Das Otherland ...

... − von Tad Williams (der es wissen muss) als »the world-famous bookshop« bezeichnet − gilt unter Freunden der Science Fiction und Fantasy als die beste Genrebuchhandlung im deutschsprachigen Raum. Wenn ich mich diesem Urteil anschließe, ist das natürlich nicht ganz objektiv, bin ich in diesem Projekt doch heftigst involviert. Deshalb wird es auch niemanden wundern, dass sich die verschworene Crew dieses wundervollen Ladens gerne bereit erklärt hat, dem verschwisterten Golkonda Verlag ein eigenes Regal zu widmen.

Somit findet sich seit vergangenem Samstag mitten im Verkaufsraum ein − natürlich rotes − Regal, über dem das Verlagsemblem prangt. Darin stapeln sämtliche Titel, die wir seit Anfang 2010 herausgebracht haben, neben Joe R. Lansdale also unsere Bände mit SF-Erzählungen (Bacigalupi, Chiang, Marusek), unsere beiden Berliner Autoren (Böhmert, Meißner) und vieles mehr. Auch die Strugatzki-Ausgabe kann dort bewundert werden; erhältlich ist diese allerdings nur direkt beim Verlag.

Wer also sein Domizil in Berlin hat oder einen Abstecher dorthin plant, ist gut beraten, einen Ausflug in die tolle Bergmannstraße in Kreuzberg zu unternehmen und dem Otherland einen Besuch abzustatten. Euch werden die Augen übergehen!

 

2012|04|15   Samuel R. Delany ...

»... darf als jener große Modernisierer der Science Fiction gelten, der vom Mainstream genauso verschmäht wurde wie von Hollywood. Zu seinen Werken gehören mit Dhalgren und Hogg nicht nur ein Genreklassiker und ein Schocker der paraphilen Pornografie, Delany gelang es auch wie keinem zweiten, mit Themen wie AIDS oder Ghettoisierung die Fantasy-Welt zu politisieren«, schreiben Markus Meetz & Georg Seeßlen in der aktuellen Ausgabe des Popkultur-Magazins SPEX. Auf acht Seiten (mit vielen Bildern schwebender Bücher) wird dort ein Autor vorgestellt und interviewt, der in den künftigen Programmen des Golkonda Verlages eine herausragende Rolle spielen wird.

Am Anfang der von Karlheinz Schlögl herausgegebenen Gesammelten Werke in Einzelausgaben wird der Nimmèrÿa-Zyklus stehen, dessen ersten Band Geschichten aus Nimmèrÿa wir im Mai/Juni vorlegen werden. Bände 2 bis 4 sind bereits in Vorbereitung und werden im Jahresrhythmus erscheinen. Für diese Edition werden die Übersetzungen von Annette Charpentier (Band 1 und 2) und Michael Nagula (Band 3) anhand der seither erschienenen und vom Autor revidierten Nimmèrÿa-Bände bei der Wesleyan University Press durchgesehen, grundlegend überarbeitet und ergänzt. Fehlende Passagen werden von Jakob Schmidt übertragen, der auch die Übersetzung des bisher noch nie auf Deutsch publizierten Bandes 4 besorgen wird.

         

Allerdings werden wir uns nicht nur darauf beschränken, bereits klassische Texte von Delany neu herauszugeben. Im Herbst/Winter dieses Jahrs werden wir, übersetzt von Andy Hahnemann, als deutsche Erstausgabe Delanys Roman Dark Reflections vorlegen, und Jasper Nicolaisen überträgt für uns derzeit Delanys große preisgekrönte Autobiographie The Motion of Light in Water. Die Delany-Edition kann bei uns einzeln oder als Ganzes bestellt werden, wird aber auch im Buchhandel erhältlich sein.

 

2012|04|07  Geradezu lebenswichtig ...

... ist Feedback in Form von Rezensionen oder Leserrückmeldungen für einen Verlag wie den unseren. Dieses entstammt inzwischen größtenteils dem Internet, wo zwar eine Menge oberflächliches (und oft schlicht abstoßend dummes) Gerede in die Welt gesetzt wird, aber auch viel Kluges, Fundiertes, Einsichtiges.

Zu den konstant niveauvollsten Seiten im Netz gehört die der Hammett-Krimibuchhandlung in Berlin. Hier findet der geneigte Leser umfassende Informationen zu aktuellen Neuerscheinungen wie auch Buchbesprechungen aus den letzten Jahren. Und natürlich behalten wir als (auch) Krimiverlag die Bestsellerliste des Hammett im Auge, und auf die hat es im April unser neuer Roman von Joe. R. Lansdale geschafft, dessen Roman Ein feiner dunkler Riss den fünften Platz belegt.

Da ich weiß, wie engagiert und kompetent die Kollegen in Kreuzberg sind, freut mich das natürlich um so mehr. Aber ich will auch nicht verschweigen, dass Hammett-Buchhändler Robert Schekulin den Roman lektoriert hat, und dass mich mit ihm ebenso wie mit seinem Chef Christian Koch eine langjährige Freundschaft verbindet. Manchmal passt eben alles zusammen!

         

Stammkunde in der mit dem Golkonda-Verlag verschwisterten Buchhandlung Otherland, zwei Türen neben dem Hammett gelegen, ist Achmed Khammas, seines Zeichens Simultandolmetscher Arabisch-Deutsch und Experte für Zukünftiges in zahlreichen Spielarten. In seinem Taz-Blog berichtet er unter anderem über die beiden SF-Storybände Der Spieler von Paolo Bacigalupi und Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes von Ted Chiang. Und da muss ich jetzt einfach zitieren:

»In Stil und Inhalt völlig verschieden, haben dennoch beide Sammlungen einiges gemeinsam: Die fast nicht zu überbietende Phantasie ihrer Autoren, die hohe stilistische Qualität und den riesigen Spaß, der mit der Lektüre verbunden ist. Nicht zu vergessen die exzellente Übersetzungsarbeit und das geschmackvolle ›Design‹ dieser Buchausgaben.« Dem ist, einmal mehr, jedenfalls von unserer Seite nichts hinzuzufügen.