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28|12|2011  Ein Fantasy-Kurzroman ...

... ist eigentlich ein Widerspruch in sich, zeichnet sich das Genre, jedenfalls in seiner kommerziellen Ausformung, doch vor allem durch epische Breite und Mehrbändigkeit aus. Dass es auch anders geht, stellt die britische Autorin K. J. Parker in unserem neusten Buch aufs Schönste unter Beweis: In Purpur & Schwarz breitet sie auf kaum mehr als 120 Seiten eine ganze Welt vor uns aus, und zwar in all ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit. Hinsichtlich Humor kann sie es, ohne an Eigenständigkeit zu verlieren, mit Terry Pratchett aufnehmen, und der Schluss des Romans ... nun, ich verrate nur so viel, dass er mich umgehauen hat.

Bisher hat sich K. J. Parker im deutschsprachigen Raum mit den beiden Trilogien Die Farben des Stahls und Der Kreis der Krähen einen Namen gemacht, doch das Feuerwerk, dass sie in Purpur & Schwarz abbrennt, ist noch mal ein ganz anderes Kaliber. Vielleicht findet sich ja ein großer Verlag, der ihre neueren, teils sehr umfangreichen Romane übersetzen lässt. Vorerst soll uns freuen, dass wir dieses kleine Meisterwerk in der tollen Übersetzung von Jakob Schmidt lesen dürfen.

 

21|12|2011  »Unglaublicher Ideenreichtum ...«

... wird unserem Autor David Marusek bescheinigt − unter anderem. Was auf dem Blog des Buchhandelsriesen Hugendubel über Wir waren außer uns vor Glück zu finden ist, hat mich so gefreut, dass ich es in aller Ausführlichkeit zitieren möchte:

»Haben Sie schon einmal von David Marusek gehört? Nein? Dann geht es Ihnen wie mir vor ein paar Wochen. Doch in den USA ist David Marusek schon seit Jahren eine feste Größe im Science-Fiction-Genre. Herausragend ist sein stilsicheres und elegantes Schreiben sowie sein unglaublicher Ideenreichtum. Der technologische Fortschritt, den er in seinen Geschichten beschreibt, wirkt nie aufdringlich, sondern wird völlig homogen in die Handlung eingebaut, sodass stets die Menschen und ihre Beweggründe im Vordergrund bleiben. Damit gliedert sich Marusek in eine Reihe mit Philip K. Dick, China Miéville, Ursula K. Le Guin, Ray Bradbury und andere ihres Ranges ein.«

Und: »Jede der Erzählungen ist ein Kleinod für sich mit glaubwürdigen Charakteren und einem Setting, das zu den faszinierendsten in den letzten Jahren gehört und somit Lust auf mehr macht. Bleibt also zu hoffen, dass der Golkonda Verlag auch die zwei Romane von Marusek, die im gleichen Universum angesiedelt sind wie seine Geschichten, recht bald übersetzt.«

Was wir gerne tun würden, aber im Moment sind diese beiden Bücher − Counting Heads und Mind Over Ship noch zwei Nummern zu groß für uns. Aber vielleicht hat ja jemand Lust, die Übersetzungen zu finanzieren? Dann ließe sich darüber nachdenken ...

 

15|12|2011  Captain Future als Hörbuch ...

... konnte ich mir anfangs nicht so richtig vorstellen, aber nachdem ich jetzt gesehen habe, welche Altstars Highscore Music für dieses Projekt gewinnen konnte, bin ich überzeugt, dass uns eine kleine Sensation erwartet: Nächstes Jahr erscheinen die vier Erzählungen aus Die Rückkehr von Captain Future in unserer Übersetzung von Frauke Lengermann als aufwändige Hörbuch-Produktion. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es jetzt auf YouTube. Hach, allein schon die Filmmusik ...

 

07|12|2011  Besprechung im Internet ...

... sind für einen Verlag wie Golkonda inzwischen so wichtig geworden wir früher die Fanzines oder − in kleinerem Rahmen − das Feuilleton. Wenn eines unserer Bücher dann in einem altehrwürdigen »Blatt« wie dem Fandom Observer gelobt wird, freut uns das natürlich ganz besonders. Andreas Nordiek berichtet in Ausgabe 270 begeistert über David Marusek und schließt: »Der Golkonda-Verlag ist aktuell die erste Adresse für Liebhaber der SF-Kurzgeschichte.« Dafür bedanken wir uns ganz artig und hoffen, dem künftig noch mehr gerecht zu werden.

Außerdem wird Wir waren außer uns vor Glück in der neusten Ausgabe des Radiomagazins Schriftsonar besprochen. Dazu schreiben die Kollegen dort: »Wer bin ich, wenn ich viele bin? Bei David Marusek wird die digitale Verwirrung der Moderne auf die Spitze getrieben, wenn der Alltag mit Schnappschüssen des Selbst bevölkert wird. Das ist eine der vielen Ideen, die den Leser in seiner Anthologie Wir waren außer uns vor Glück erwarten. Kurzweilige Erzählungen mit doppeltem Boden von einem neuen, bemerkenswerten Autor.« Auch dafür vielen Dank! Es spricht sich offenbar langsam herum, was für einen großartigen Schriftsteller es hier zu entdecken gibt!

 

01|12|2011  »Unser Dauerchampion« ...

... lautet das Stichwort auf der KrimiZEIT-Bestenliste des Monats Dezember, denn dort findet sich zum dritten Mal hintereinander (öfter geht nicht) Gauklersommer von Joe R. Lansdale wieder. Damit ist dieser großartige Roman nach Kahlschlag unser absoluter Toptitel! Umso passender ist es, dass gestern die Übersetzung von A Fine Dark Line (aus der Feder von Heide Franck) auf meinem Desktop gelandet ist, ein weiterer Lansdale, der im Frühjahr unter dem Titel Ein feiner dunkler Riss erscheinen wird.

         

Außerdem ist gestern die Vorankündigung eines neuen Golkonda-Titels online gegangen: In Der Spieler sind sechs längere Erzählungen von Paolo Bacigalupi enthalten, eines Shooting Stars der neuen US-amerikanischen Science Fiction, der für seinen Roman Biokrieg mit allen einschlägigen Genre-Preisen ausgezeichnet wurde und dessen Jugendbuch Schiffsdiebe auf der Shortlist für den National Book Award stand. Hochkarätiger geht es nicht mehr, und das Tolle ist, dass Bacigalupi mit seinen Storys nicht »nur« zum Nachdenken anregt, sondern auch blendend zu unterhalten weiß. Der Spieler ist, nach Wir waren außer uns vor Glück von David Marusek und Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes von Ted Chiang, unser dritter Sammelband mit SF-Kurzgeschichten. Wie sehr diese drei Autoren die einsame Spitze der anglo-amerikanischen SF repräsentieren, wurde mir klar, als ich meinen Freund, den Enzyklopädisten John Clute, um weitere Namen auf diesem Niveau bat, und er mir erklärte, er wüsste nichts Vergleichbares. Wow!